Darmerkrankungen
Colon
irritabile Ursache dieser Darmerkrankungen ist meist eine Störung der Darmbeweglichkeit (Motilität), die durch konstitutionelle und psychische Faktoren wie Stress und Ärger wesentlich beeinflusst wird. Wir neigen also durchaus mehr oder weniger ausgeprägt dazu, unsere „Befindlichkeit“ über Körperfunktionen auszuleben. Darmerkrankungen - Symptome Symptome dieser „funktionellen Störung“ reichen von ausgeprägter Verstopfungsneigung (Obstipation) bis zu hartnäckigen Durchfällen. Oft sind Schleimauflagerungen, oder auch schafskotartige Stühle feststellbar, nie aber Blut. Schmerzhafte Blähungen treten ebenfalls sehr häufig auf. Nachts sind die Beschwerden hingegen deutlich besser, es gibt beschwerdearme Phasen und trotz der langjährigen Erkrankung keinen anhaltenden Gewichtsverlust. Viele Nahrungsbestandteile werden bei diesen Darmerkrankungen nicht vertragen. Darmerkrankungen - Diagnosesicherung Entscheidend sind die Anamnese und die geschilderten Beschwerden. Wichtig sind folgende Fakten:
Abgegrenzt werden müssen diese Darmerkrankungen gegen andere Magen-Darm-Erkrankungen wie entzündliche Darmerkrankungen, etwa den Morbus Crohn, die Colitis ulcerosa, eine Divertikulitis oder gar Darmkrebs. Meist ist dies aber bereits ohne größeren technischen Aufwand möglich. Oft sind eine Sonographie des Bauchraumes und eine Koloskopie (endoskopische Untersuchung des Dickdarmes) ausreichend. Darmerkrankungen - Therapie Eine kausale Therapie dieser Darmerkrankungen ist nicht bekannt. Empfohlen werden eine entsprechende Aufklärung über die Harmlosigkeit der Erkrankung, die Meidung unverträglicher Speisen, faserreiche Kost, bei Schmerzen ggf. Wärmeanwendungen, bei Blähungen Fencheltee mit Kümmelextrakt und bei Verstopfung ggf. lokale Entleerungshilfen (Zäpfchen, Clysma). Diese Aufzählung wird nicht gerade Begeisterung bei Ihnen auslösen. Vergegenwärtigen Sie sich aber bitte das weiter oben Gesagte über die Ursachen dieser Darmerkrankungen. Unser Darm ist in gewisser Weise ein Spiegelbild unserer emotionalen Befindlichkeit. Im Rahmen einer stationären Rehabilitationsmaßnahme können wir natürlich viel für Körper und Geist tun. Auch spezielle Massagetechniken oder Wärmeanwendungen im Bauchbereich sind sehr hilfreich. Schließlich kann auch der Milieuwechsel wesentlich zu einer auch anhaltenden Linderung beitragen. Auch im „Kopf" kann sich vieles verändern. Entspannungsverfahren, Diätberatung und einfach Zeit zum Nachdenken kann sehr hilfreich sein. Nach unseren Erfahrungen ist nahezu immer eine auch länger anhaltende Milderung der Beschwerden bei diesen Darmerkrankungen zu erzielen, lassen Sie sich also keinesfalls entmutigen. Darmerkrankungen - Polypen oder Adenome Darmpolypen kommen im Dickdarm (Colon) bei jedem 10. Menschen vor, bei dem durch eine Darmspiegelung, oder auch durch eine Sektion nach dem Tode zufällig solche Veränderungen gefunden werden. Über die Hälfte der Darmpolypen sitzen dabei im Rectum, welches ja den letzten Abschnitt unseres Dickdarms darstellt. Jede Vorwölbung von Darmwand in das Darmlumen hinein wird zunächst einmal als Darmpolyp bezeichnet (im Unterschied zu den Dickdarmdivertikeln, wo sich Darmgewebe ja quasi nach außen stülpt). Dabei können sich die Darmpolypen in ihrer feingeweblichen Zusammensetzung (Histologie) deutlich unterscheiden. Entzündliche oder hyperplastische Polypen sind stets gutartig und machen kaum Probleme. Adenome sind Darmpolypen, die sich aus
der normalen Gewebestruktur der Darmschleimhaut entwickeln. Darmpolypen neigen
jedoch dazu, sich auf der zellulären Ebene zu verändern. Es mischen sich abnorm
veränderte Zellen unter das normale Gewebe. Man nennt das Dysplasie. Zellen, welche diese Tendenz erkennen
lassen, werden als dysplastisch verändert bezeichnet. Die Dysplasie kann
leichtgradig, mittelgradig oder auch hochgradig ausgeprägt sein. Die Dysplasie
stellt also eine Vorstufe von Krebs dar. Darmerkrankungen - Divertikulose Es handelt sich um eine sehr weit verbreitete Erkrankung des Dickdarmes (Colon), die man auch als Zivilisationskrankheit bezeichnen könnte. Diese Darmerkrankungen nehmen mit dem Lebensalter stetig zu und ist bei den über 50 jährigen schon in immerhin 30% der Fälle feststellbar. Die Divertikulose macht keine nennenswerten Beschwerden und wird meist als Zufallsbefund im Rahmen von Darmspiegelungen (Coloskopie) oder Röntgenuntersuchungen des Darmes unter Einsatz von Kontrastmitteln entdeckt. Bei der Divertikulose kommt es im Bereich des Dickdarms (Colon) zu kleinen Ausstülpungen der Darmschleimhaut durch die den Darm eigentlich umschließenden Muskelstränge hindurch in das Bauchinnere. In diesen kleinen Säckchen staut sich dann Stuhl. Normalerweise presst die umgebende Muskelhülle den Darm ja segmental zusammen und treibt den Stuhl damit weiter Richtung Ausgang. Auf diese Weise wird eine geregelte Stuhlentleerung gewährleistet. Diese kleinen Säckchen können bei der Divertikulose aber nicht mehr durch Kompression effektiv entleert werden. In leichten Fällen genügt es den Darm zu entlasten, indem man einige Tage nur flüssige bzw. leicht verdauliche Nahrung zu sich nimmt. Siehe auch meinen Beitrag www.diver-tikulose.de Entzündliche Darmerkrankungen Divertikulitis Die über Tage festgehaltenen Stuhlreste bei einer Divertikulose führen zu einer massiven Vermehrung der Darmbakterien und schließlich zu einer Entzündung der Darmwand im Bereich des abgeschnürten Säckchens. Man spricht in diesem Stadium von einer Divertikulitis. Während die Divertikulose eine schmerzlose Erkrankung gerade des höheren Alters ist, handelt es sich bei der Divertikulitis um eine teilweise rasch voranschreitende, manchmal sehr schmerzhafte Erkrankung des Colons. Es bilden sich Eiteransammlungen, die Patienten entwickeln häufig erhöhte Temperaturen und erleiden womöglich sogar ein Einreissen des Darmes (Perforation), was dann akut lebensbedrohliche Formen annehmen kann. Oftmals kommt es bei der Divertikulitis, welche auch über Tage hinweg mit wechselnder Heftigkeit verlaufen kann, zu Stuhlunregelmäßigkeiten oder auch zu einer tastbaren walzenförmigen Verhärtung des Colons. Die regionale Entzündung behindert ihrerseits wiederum eine geregelte Stuhlentleerung und verschlimmert damit den Stau von Stuhl, die Bakterienvermehrung und letztlich ein Voranschreiten der Entzündung. Ergeben sich Anzeichen für eine stärkere Entzündung (Blutbildveränderungen, Temperaturerhöhungen) sollten zusätzlich Antibiotika eingenommen werden. Sind die Beschwerden heftig oder klingen sie nicht rasch wieder ab, bleibt oft nur der Weg einer stationären Aufnahme, Infusionstherapie und ggf. intensiverer Untersuchungen. Man bezeichnet dieses Vorgehen bei
Divertikulitis weiterhin als konservativen Therapieversuch. Sollte sich eine
Besserung nicht einstellen, oder es gar zur Entwicklung von Komplikationen
kommen, bleibt manchmal nur ein operatives Vorgehen. Weitere Ausführungen finden
Sie hier: Colitis Ulcerosa und Morbus Crohn Colitis
ulcerosa und Morbus Crohn gehören zu den chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Die Colitis ulcerosa befällt ausschließlich den Dickdarm (Colon). Die Ausbreitung ist kontinuierlich und beschränkt sich auf die Schleimhaut der Darmwand. Eine tiefe, alle Wandschichten durchdringende Entzündung wie beim Morbus Crohn tritt hier nicht auf. So erklärt sich auch, dass Fistelbildungen oder Stenosen des Darmes bei der Colitis nicht vorkommen. Das Rektum ist immer befallen, die Entzündung breitet sich also ggf. immer von hier beginnend aus. Eine praktische Konsequenz daraus ist, dass eine relativ einfache Untersuchung des Enddarmes mit einem starren Rohr (Rectoskopie) bereits einen guten Überblick über den aktuellen Zustand des gesamten Colons zulässt. Diese Untersuchung kann häufig ohne größere Vorbereitungen ambulant erfolgen. Die endoskopisch einsehbare Beschaffenheit der Schleimhaut lässt Rückschlüsse darauf zu ob es sich um ein frisches Stadium der Erkrankung handelt oder ein chronisches fortgeschrittenes Stadium vorliegt. Dies hat aber zunächst einmal keine unmittelbaren Konsequenzen, da der betroffene Patient durch die deutlichen Symptome der Erkrankung meist schon sehr früh unter der Colitis zu leiden hat. Auch hier ist eine feingewebliche Untersuchung für eine weitere Differenzierung der Erkrankung von Nöten. Das Leitsymptom der Colitis ulcerosa sind blutig schleimige Durchfälle meist in Verbindung mit krampfartigen Bauchschmerzen (Tenesmen), die nach der Stuhlentleerung nachlassen. Eventuell tritt Fieber auf. Extraintestinale Symptome sind seltener als beim Morbus Crohn. Auch bei der Colitis sind Aphten, Gelenk- oder Augenentzündungen denkbar oder auch Leberbeteiligungen.
Angesichts der schweren
Beeinträchtigungen, welche mit einer Colitis ulcerosa einhergehen, stellt eine
stationäre Rehamaßnahme eine sinnvolle Ergänzung dar, um wieder zu Kräften zu
kommen und bei der Auseinandersetzung mit dieser schwerwiegenden chronischen
Erkrankung jede erdenkliche Hilfestellung zu erhalten. Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine diskontinuierlich segmental auftretende Entzündung aller Bereiche des Magen-Darmtraktes mit Befall aller Wandschichten. Die Entzündung kann sich also vom Rachen an bis zum After erstrecken. Dabei sind beim Morbus Crohn meist nur einzelne Abschnitte des Verdauungstraktes betroffen. Häufig sind die Bereiche des unteren Dünndarms (terminales Ileum) bzw. der obere Abschnitt des Dickdarms (proximales Colon) betroffen. Typisch sind beim Morbus Crohn Bauchschmerzen, Blähungen und Durchfälle, meist ohne Blutabgänge. Häufig konzentrieren sich die kolikartigen Schmerzen im rechten Unterbauch und täuschen das Bild einer akuten Blinddarmentzündung (Appendicitis) vor. Der Morbus Crohn stellt
eine Erkrankung dar, welche bis heute nicht heilbar ist und häufig mit
erheblichen Beschwerden einhergeht. Glücklicherweise gibt es zahlreiche wirksame
Medikamente. Typisch für diese Erkrankung ist aber auch, dass die betroffenen
Menschen teilweise lange Lebensphasen zeigen, in denen kaum Symptome bestehen
und sie ein relativ normales Leben führen können. Es wird immer wieder darauf
ankommen auch in einem Schub nicht die Hoffnung sinken zu lassen, sondern darauf
zu vertrauen dass er vorbeigehen wird. Stationäre Rehamaßnahmen können bei
Morbus Crohn hilfreich sein, sich nach dem Abklingen des akuten Schubs rasch zu
erholen um wieder in den Lebensalltag zurückzufinden.
Mit den besten Wünschen für Ihre
Gesundheit!
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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